Panda 4.0: Was hat sich geändert?

4. Juni 2014SEO2 Kommentare

Google Panda Update Panda 4.0: Was hat sich geändert?
Wer sind die Gewinner und Verlierer?

Letzte Woche hat Google sein neuestes Panda-Update aufgespielt. Alleine der Name der Algorithmus-Änderung sorgt bei SEO-Dienstleitern und Webmastern weltweit für Aufmerksamkeit – und für nicht unbedingt positive Gefühle.

Das Wichtigste vorweg: Bei Panda 4.0 handelt es sich um das größte und bedeutendste Google-Update der letzten zwei Jahre. Genau genommen hat Google den gesamten Algorithmus auf eine neue Stufe gehoben.

Wie bei allen bisherigen Pandas, gab es auch diesmal Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern gehört neben bestimmten Websites und deren SEOs vor allem die Qualität des Webcontents. Sehr guter Content wird nun noch stärker gewichtet, schlechter Content wird immer unbedeutender; Googles Ziel, Inhalte ohne Wert aus dem Internet zu verbannen (und deren Neuerstellung unattraktiv zu machen), rückt damit ein großes Stück näher.

Insgesamt wurde Panda 4.0 deswegen äußerst positiv aufgenommen, besonders aus Sicht von SEOs, die seit langem schon auf hochwertigen Content schwören (wie es auch omedia24 tut). Doch um Panda 4.0 besser zu verstehen, ist zunächst ein Blick auf die Panda-Vergangenheit nötig (in erster Linie für Nicht-SEOs).

Content statt Bambus: der Web-Panda wird immer weiser

Panda ist eine Weiterentwicklung des Google-Algorithmus. Das erste Panda-Update erschien im Februar 2011. Das Ziel war damals dasselbe wie heute, nämlich Websites mit minderwertigen Inhalten zu erkennen und abzuwerten. Gleichzeitig sollte guter Content an Bedeutung gewinnen.

Allerdings hatte Google damals nicht die heutigen Möglichkeiten. Verglichen mit dem neusten Panda war das damalige Vorgehen recht grob. Rund 12 Prozent aller Suchanfragen waren davon betroffen, das ist eine gewaltige Zahl, die zeigt, wie stark das Netz damals von schlechten Inhalten durchsetzt war.

Spätere Panda-Updates sowie Penguin betrafen nur noch 2 bis 4 Prozent der Suchanfragen. Gleichzeitig ist die Zahl der Websites jedoch stetig weiter gewachsen. Google sah deswegen noch reichlich Optimierungsbedarf im Kampf gegen die Überoptimierung. Und das setzten sie in die Tat um: Panda 4.0 betraf im global knapp 7,5 Prozent der Ergebnisse.

Panda 4.0 ist eine Art Meilenstein. Der Fortschritt in der Qualitätsauswertung ist gewaltig, größer als bei den vorherigen Updates, dementsprechend deutlich gibt es auch diesmal Gewinner und Verlierer.

Presseportale schienen ersten Einschätzungen zufolge die größten Verlierer zu sein. Eindeutige Belege gibt es dafür jedoch nicht, zumindest nicht in der Summe. So konnten viele deutsche Portale sogar zulegen, andere wiederum verloren drastisch an Sichtbarkeit. Speziell im englischsprachigen Bereich gab es einige herbe Rückschläge von mehr als 60 oder 70 Prozent.

– Auch große Seiten wurden nicht alleine aufgrund ihres Namens verschont. Bekannte Webseiten wie ask.com und ebay.com verloren 50 bzw. 33 Prozent Sichtbarkeit, auch Idealo gehörte zu den Verlierern.

– Generell bestraft Google das Aggregieren von Inhalten mehr als vorher. Gewinner und Verlierer hängen deswegen nicht nur von Branche, Art der Website und Thema ab, sondern vor allem davon, wie stark eigener Content vertreten ist.

– Auf der Seite der Gewinner ist eine ganz bestimmte Klasse von Websites hervorzuhaben: Kleine Websites mit hervorragenden Inhalten. Früher waren ihre Chancen, bei Google hoch zu ranken, trotz gutem Content recht gering, wenn es zum Beispiel an PageRank fehlte. Seit Panda 4.0 ist das anders, und die Nutzer profitieren davon, da es nicht zwangsläufig von der Größe abhängt, ob eine Seite „gut“ oder „schlecht“ ist.

– In der Summe haben längere, redaktionelle Texte am meisten von Panda 4.0 profitiert. Das hängt direkt mit dem darin enthaltenen Mehrwert zusammen, den Google unbedingt belohnen will.

War Panda 4.0 nun gut oder schlecht?

Grundsätzlich fällt auf, dass die Gewinner deutlich mehr Sichtbarkeit gewonnen haben, als die Verlierer verloren haben. Dadurch erklärt sich, warum Panda 4.0 durchweg positiv aufgenommen wurde, auch wenn der Impact auf die gesamte Web-Szene sehr groß war. Sowohl Gewinner als auch Verlierer dürfen sich deswegen die Frage stellen, wie sie dem aktuellen Panda am besten gerecht werden können.

Was können SEOs aus Panda 4.0 lernen?

Es ist ein altbekanntes Spiel: Sobald Panda ausgerollt wurde und die Konsequenzen bekannt geworden sind, beginnt die SEO-Branche, sich an den neuen Algorithmus anzupassen.

Doch was heißt das in diesem Fall genau? Zum Beispiel um die „UX“, die User Experience, also Benutzererfahrung. Diese setzt sich aus den drei Komponenten Aussehen, Fühlen und Anwendbarkeit zusammen. Sind die drei Kriterien bestmöglich erfüllt, stehen sie im Einklang mit Googles Philosophie der besten Suchergebnisse – sie werden folglich belohnt.

SEOs und Webmaster sind deswegen gut beraten, auch auf „softe“ Faktoren wie Stimmung, Harmonie und Atmosphäre der Website zu achten.

Der wohl wichtigste Punkt ist und bleibt jedoch Content. Dieser Trend war schon lange bekannt und hat das Web nachhaltig verändert; Panda 4.0 gab der Entwicklung einen weiteren Schub. Webmaster sollten sich bezüglich ihres Contents folgende Fragen stellen (und zwar mehr denn je):

  • Liefern meine Inhalte Mehrwert?
  • Biete ich einzigartige Inhalte, die der Besucher nicht auch auf unzähligen anderen Seiten findet?
  • Sind die Inhalte logisch aufgearbeitet, folgen einer Struktur und wirken auf den Leser ansprechend?
  • Passen die Inhalte meiner Website zueinander, verfolgen sie eine klare Linie, die der Website eine klare Identität gibt?
  • Wichtig auch das Marketing: Gute Inhalte sollten unbedingt in sozialen Medien präsent sein, da sie dort geteilt und weiter verbreitet werden. Google gewichtet die sozialen Signale immer stärker.

Wer diese Punkte beachtet und darauf hin optimiert, kann von gutem Content reden. Die wichtigste Voraussetzung für den jetzigen Stand und kommende Updates wäre damit erfüllt, denn schon jetzt ist klar: Guter Content wird mit Panda 5.0, wann immer es auch erscheint, keinesfalls abgestraft, sondern noch stärker honoriert. Wer jetzt liefert, profitiert auf Dauer davon.

Ein weiterer Punkt: Offensichtlich hat Google mit Panda 4.0 auch die Bouncing Rate noch stärker gewichtet. Sie war schon immer ein Faktor für die Bewertung einer Website, und heute umso mehr. Je länger die Besucher auf der Seite bleiben, desto mehr ist für Google klar, dass die Seite gute Inhalte zu bieten hat. Umgekehrt: Hohe Absprungraten bedeuten, dass die Seite keinen echten Mehrwert bietet. Die Bouncing Rate hängt somit primär vom Content ab und führt zu diesem Punkt zurück, allerdings spielen auch Faktoren wie Design und Usability eine Rolle.

Fazit: Google treibt seine Vision voran

Schon seit Panda 3.0 hat sich viel getan in der Szene. Mit Panda 4.0 wird genau dieselbe Richtung beibehalten, allerdings mit noch größerer Konsequenz. Ob Online-Shop, Blog, Unternehmensseite, Fachmagazin oder jede andere Art von Website, hat Google ganz deutlich klar gemacht, dass ohne guten Content nichts mehr geht. omedia24 begrüßt diese Entwicklung, da sie mit unserem Verständnis von Online Marketing absolut konform ist.

2 Kommentare zu “Panda 4.0: Was hat sich geändert?”

  1. Strasser sagt:

    Hallo,

    woher kommt die Erkenntnis das kleine Seiten mit ausführliche Artikeln jetzt besser ranken? Ich bin im Bereich der alternativen Heilpraktiken unterwegs und hier wurden kleinere Seiten die wirklich ausführlichen Content für bestimmte Keywords geliefert haben, durch Panda 4.0 nahezu abgestraft.

    Überholt wurden sie von Seiten die zum entsprechenden Keyword eher „larifari“ Content geliefert haben. Was hat diese Seiten ausgezeichnet? Sie sind deutlich größer und der Content zum jeweiligen Keyword war wesentlichen älter (nicht informativer).

    Das Panda 4.0 ein Segen für informative Seiten ist, halte ich persönlich für einen Irrglauben!

  2. omedia24 sagt:

    Hallo zurück,

    häufig ist zu sehen, dass Verzeichnisse oder Domains mit umfangreichen redaktionellen Inhalten zu den Gewinnern des Updates gehören. Zwar sind die Ausschläge nach oben begrenzt aber doch messbar. Google scheint seinem Ziel, (gute) Inhalte zu erkennen und besser zu ranken also ein Stück näher zu kommen.

    Wir denken nicht, dass Google auf die Orthographie oder Grammatik achtet sondern auf die Besucher und deren Aufenthaltszeiten auf der Seite. So bewertet Google die Inhalte. Wenn sie gut sind, dann kommen mehr Besucher und bleiben auch länger auf der Seite.

    Wenn Sie bereits guter Content auf Ihrer Seite anbieten, dann machen Sie das weiter. Und überprüfen Sie trotzdem Ihre Inhalte auf Duplicate Content. Texte von anderen Seiten zu kopieren ist nicht erlaubt und bringt ja nichts.

    Viele Grüße

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