Online Marketing in der Softwarebranche

Online Marketing in der Softwarebranche Online Marketing in der Softwarebranche:
Worauf kommt es an?

Worauf achten Kunden beim Softwarekauf? Alleine auf Qualität und Preis. Das ist ein großer Unterschied zu anderen Produktbereichen, wo auch Aussehen, Emotionen und Trends eine Rolle spielen. Software muss funktional sein und gleichzeitig ins Budget passen – sind diese beiden Punkte erfüllt, stehen Käufern meistens mehrere Lösungen zum selben Zweck zur Auswahl.

Und an dieser Stelle kommt Online Marketing ins Spiel. Heutzutage verkauft sich auch die beste Software nur so gut, wie sie vermarktet wird. Dabei gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede zwischen der Softwarebranche und anderen Bereichen.

Zunächst die Gemeinsamkeiten:

– Maßnahmen wie SEO und SEA werden auch im Software-Marketing intensiv genutzt, allerdings ist die Gewichtung einzelner Parameter anders als etwa in der Möbelbranche

– Auch Vertriebskanäle wie Google Shopping werden intensiv genutzt, sie sind für einen guten Teil des Umsatzes verantwortlich

Doch es gibt auch Eigenheiten. Manche Faktoren spielen speziell im Marketing von Softwareprodukten eine größere Rolle als bei anderen Produkten.

Referenzen / Tests:

Referenzen sind bei Softwareprodukten besonders wichtig, da sie Aufschluss über die Qualität geben, und diese ist der wichtigste Punkt. Fachredaktionen wie Chip oder Heise testen regelmäßig alle gängigen Programme; gute Resultate tragen maßgeblich zur Kaufentscheidung bei, da das Publikum der professionellen Meinung vertraut. Gute Testergebnisse sind allerdings nur möglich, wenn die Qualität der Software stimmt. Es ist in der Softwarebranche somit schwieriger, mangelnde Qualität durch gutes Marketing auszugleichen als in anderen Gebieten. Entwickler müssen deswegen nach dem maximalen Resultat streben, da dieses die Voraussetzung für erfolgreiches Marketing ist.

Der Preis entscheidet:

Ebenfalls wichtig ist der Preis. Wie anfangs erwähnt, wird Software eher nüchtern betrachtet. Das bedeutet: Gibt es zwei qualitativ ähnliche Produkte zu unterschiedlichen Preisen, wird sich das günstigere Produkt deutlich besser verkaufen. Das ist nicht überall so. In der Mode, bei Möbeln oder bei Unterhaltungselektronik, greifen Kunden auch zum teureren Produkt, falls dieses ihren Geschmack besser trifft. Bei Softwareprodukten spielt der emotionale Faktor allerdings eine deutlich kleinere Rolle, sodass der Preis stärker gewichtet wird.

Google Shopping ausnutzen

Wegen dem sensiblen Verhalten der Käufer kommt Google in diesem Punkt eine wichtige Rolle zu. Neben der üblichen Auflistung der Suchergebnisse verweist Google bei Produktsuchen direkt auf Google Shopping. Die Resultate werden ganz oben, noch über den Suchmaschinenergebnissen, als horizontale Liste angezeigt. Sucht man also nach Schlagwörtern wie „Visual Studio Lizenz“ oder „Software kaufen Office“, erhält man direkt eine ganze Reihe an Vorschlägen inklusive Preis. Der potenzielle Käufer wird damit direkt zum konkreten Angebot gelotst – ein entscheidender Vorteil gegenüber jenen Produkten, die erst viel weiter unten bei den normalen Google-Links auftauchen.

Preisvergleich auch per Suchmaschine möglich

Und wir bleiben immer noch beim Preis. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von sogenannten Preissuchmaschinen. Einer der bekanntesten Namen ist Geizhals.de. Das Prinzip dort ist recht einfach: Man gibt das gesuchte Produkt ein und erhält eine Auflistung aller Shops, die dieses Produkt anbieten, natürlich inklusive Preis. Viele Käufe werden über Preisvergleichs-Suchmaschinen abgewickelt, besonders wenn es um Software geht. Die Frage nach Qualitätsunterschieden rückt auf solchen Seiten in den Hintergrund, da es ohnehin um ein und dasselbe Produkt geht – zumindest bei direkter Sucheingabe nach einem bestimmten Produkt.

Interessanter wird es bei den Kategorien, zum Beispiel „Kaufmännische Anwendungen“ oder „Datenbanken“. Dort werden sämtliche Produkte aufgeführt, die in die Kategorie passen. Die Auswahl ist also groß, und der Preis ein starkes Kriterium. Dort vertreten zu sein, und das zu einem konkurrenzfähigen Preis, ist ein weiterer wichtiger Faktor.

Auch andere Shopping-Plattformen nutzen

Damit ist also klar: Beim Vertrieb von Softwareprodukten sollten sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Neben Google Shopping haben sich auch eBay und Amazon etabliert. Die Verkaufsriesen haben eine große Reichweite und werden von Kunden oft als erster Anlaufpunkt genutzt. Es ist wichtig, dort präsent zu sein, da es die Konkurrenz ebenfalls ist. Für Verkäufer haben Online-Marktplätze auch praktische Vorteile, da sie teils automatisch Marketing-Funktionen erfüllen. Entwickler mit großem Sortiment profitieren von der Shop-in-Shop-Funktion, die entweder ergänzend zum eigenen Shop oder als alleine Absatzmöglichkeit realisiert werden kann. Auf Portalen wie Yatego oder Rakuten können Hersteller mit eigener Corporate Identity auftreten, die Wiedererkennung leidet somit nicht unter der Eingliederung in eine übergeordnete Plattform.

Privat- und Geschäftskunden in der Softwarebranche

Ebenfalls zu beachten sind die verschiedenen Käufergruppen. Im Software-Segment spielt der B2B-Absatz eine größere Rolle als bei Mode und Co. Je nach Produkt sind Business-Kunden sogar der primäre Faktor, etwa bei ERP-Lösungen. Passend dazu ist es wichtig zu wissen, was sich momentan im Markt tut. Denn in der Softwarebranche entstehen Trends mit einer besonderen Dynamik; Aktualität ist somit die Voraussetzung für ein effektives Marketing. So verdrängen Service-Modelle inzwischen die altbekannten Lizenz-Modelle, Kundenwünsche müssen individueller behandelt werden, das Pricing wird härter, da die Bereitschaft, hohe Ausgaben zu tätigen, durch die Vielfalt im Internet gesunken ist.

Diese und andere Punkte müssen bereits bei der Produktentwicklung beachtet werden und setzen sich im Online Marketing fort. Der Kreis schließt sich an dieser Stelle, denn wie schon anfangs erwähnt, ist die Produktqualität gerade bei Software der Schlüssel für alles Weitere.

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